Hairspray – Premiere Linz – 15.09.2017

Spontan ging es am Freitag nach der Arbeit nach Linz zu der Premiere von Hairspray. Ich liebe diese Show und hab schon einige Aufführungen gesehen, deswegen hat es mich sehr gefreut einen neuen Standort dazu Reihen zu können.

Anbei wieder eine kurze Inhaltsangabe von Hairspray:

Baltimore 1962: Tracy Turnblad ist ein pummeliger Teenager die es liebt ihr Haar toupiert zu tragen, umso höher umso besser. Sie träumt schon lange davon in der populären Fernsehsendung „The Corny-Collins-Show“ tanzen zu dürfen und ihren Schwarm Link Larkin dort treffen zu können. Diese Show ist jeden Tag Pflicht für sie und ihre beste Freundin Penny, sehr zum Leidwesen ihrer Mutter. Ihre Mutter Edna, die aufgrund ihrer Körperstatur all ihre Hoffnung und Träume aufgegeben hat, steht dem Traum ihrer Tochter sehr skeptisch gegenüber, weil sie Angst hat, dass Tracy aufgrund ihres Aussehens verspottet werden konnte, doch ihr Vater Wilbur, macht ihr Mut und unterstützt sie bei der Verwirklichung ihres Traumes. Beim täglichen Nachsitzen lernt sie Seaweed kennen, der Sohn von Motormouth Maybelle, die einmal im Monat den „Negro Day“ moderiert. Er zeigt ihr ein paar neue Tanzschritte, die sie beim Vortanzen zeigen möchte und sie wünscht sich dass sie eines Tages alle gemeinsam tanzen können und möchte, dass er sie zum Vortanzen begleitet. Sie kommt zu spät zum Casting und die Produzentin Velma von Tussle macht ihr auch sofort klar, dass sie Aufgrund ihres Aussehens sowieso nie eine Chance hat. Doch Tracy gibt nicht auf und so schafft sie es einen Platz in der beliebten Show zu ergattern. Link Larkin findet großen Gefallen an Tracy, weil sie einfach anders ist wie alle Mädchen und er verlässt seine Freundin Amber, weil er sich in Tracy verliebt hat. Tracy wird über Nacht zu einem Vorbild für viele Jugendliche, weil sie nicht der Norm entspricht, selbstbewusst ist und für die Abschaffung der Rassentrennung ist, denn egal welche Statur du hast oder welche Hautfarbe, es geht um die Freude und Liebe am Tanzen. Durch ihren Einsatz für andere qualifiziert sie sich zu der Wahl zur „Miss Teenage Hairspray“ und ihr stärkste Konkurrentin Amber von Tussle kocht vor Wut und möchte um jeden Preis den Sieg für sich einheimsen. Bei der Wahl zur „Miss Teenage Hairspray“ kommt es zum großen Showdown.

Wir hatten top Rollstuhl-Plätze im Hochparterre und hatten die perfekte Sicht auf die Bühne. Ich finde es schön wenn man einen guten Überblick hat und das Geschehen dadurch bestens verfolgen kann, besonders bei einer Show wie Hairspray, wo viel getanzt wird. Kurz nachdem wir unsere Plätze eingenommen hatten, ging der Vorhang hoch und der Wecker klingelte und Tracy blickte uns aus ihrem Fenster entgegen. Die Welt in Baltimore erwachte und mit ihr alle Figuren des Musicals. Auf einige Charaktere möchte ich gerne etwas näher eingehen. Also legen wir mal los.

Endlich kam auch die wundervolle Ariana Schirasi-Fard zum Zug und sie konnte die selbstlose, sympathische und mutige Tracy Turnblad spielen. Man konnte sehen wie viel Liebe und Herz sie in die Rolle gesteckt hat und ich genoss jede Sekunde sie auf der Bühne zu hören und zu sehen.

Riccardo Greco als Edna Turnblad war einfach nur grandios, von der ersten Sekunde an war ich von der liebevollen und schrillen Mutter eingenommen. Auch bei ihm hat man sofort gemerkt, dass er seine Rolle liebt, es ist einfach immer schön zu sehen, wenn jemand in seiner Rolle aufgeht. Mit einem Fatsuits knapp 3 Stunden über die Bühne zu tanzen und zu singen ist bestimmt nicht leicht, aber bei ihm sah es aus wie wenn es ihm ganz einfach von der Hand gehen würde.

Für den aufopfernden und herzlichen Wilbur Turnblad konnte Rob Pelzer gewonnen werden. Er hat für mich wie die Faust aufs Auge für die Rolle gepasst, weil er sich meiner Meinung nach nicht viel verstellen musste, er ist auch als er selbst, einfach eine unglaubliche herzliche Person. Er hatte sehr viel Freude in seiner Rolle und auch stimmlich und schauspielerisch war einfach top.

Besonders gefreut habe ich mich auf Gernot Romic als Link Larkin und er hat mich natürlich wie immer nicht enttäuscht! Ich finde Link steht ihm sehr gut zu Gesicht, er hat den dussligen, charmanten und gutherzigen Schönling authentisch verkörpert und auch gesanglich wäre ich ihm als Tracy Turnblad sofort verfallen. Ich hab es auch sehr genossen ihm wieder einmal beim Tanzen zusehen zu können, dieses Talent hat er auch noch zusätzlich drauf.

Den fiesen Part der Velma von Tussle durfte dieses Mal die liebe Anaïs Lueken übernehmen, es hat echt Spaß gemacht, sie einmal in einer ganz konträren Rolle zu sehen. Man hat gemerkt, dass sie es genießt einmal einen böseren Part zu spielen und sowohl schauspielerisch als auch stimmlich konnte sie auf voller Linie überzeugen.

Als die gemeine Tochter Amber von Tussle war ebenfalls eine sehr liebe Darstellerin gefunden und zwar Hanna Kastner. Ich hatte sie schon in einigen Produktionen gesehen und da war sie immer das liebe Mädchen, also hab ich es besonders genossen sie einmal von einer anderen Seite zu sehen. Bei ihr hat man auch gleich gemerkt, dass sie es genießt einmal böse zu sein und sowohl ihr Gesang als ihre Mimik waren einfach glaubhaft.

Peter Lewys Preston ist die ideale Besetzung für Corny Collins, er findet die richtige Mischung zwischen der Liebe zu seiner Show und der Verachtung zu Velma von Tussle, er missbilligt ihr Verhalten und setzt sich von Anfang an für Tracy ein.

Seaweed J. Stubbs wurde von Dinipiri Etebu übernommen. Der vielen vielleicht durch die TV Sendung Got to Dance Germany bekannte Finalist, kann hier auch zeigen, dass er nicht nur ein begnadeter Tänzer ist, sondern auch stimmlich einiges vorzuweisen hat.

Amanda Whitford wieder als Motormouth Maybelle zu sehen und vor allem zu hören, war eine Wohltat, bereits 2009 hatte ich sie in St. Gallen in der Rolle gesehen und was soll ich sagen, die Stimme ist immer noch ein Traum. Besonders süß fand ich, dass bevor der 2te Akt gestartet wurde, der Abendspieleiter auf die Bühne kam und um Nachsicht mit Amanda bat, da sie sich eine Erkältung eingefangen hat und befürchtete dadurch nicht ihr Bestes geben zu können. Wenn sie es nicht gesagt hätten, dann hätte ich es nicht bemerkt.

Die etwas verrückte, aber unglaublich liebenswerte Penny Pingleton wurde von Ruth Fuchs gespielt. Sie hat mir sehr gut gefallen und ich hab ihr von Anfang an ihre Freundschaft zu ihrer besten Freundin Tracy abgenommen, sehr glaubhaft gespielt und auch gesanglich war es eine Freude ihrer Stimme zu lauschen.

Gunda Schanderer als die etwas wunderliche Prudy Pingleton war der Hammer, sie hat mich sehr gut unterhalten, schauspielerisch einfach unschlagbar, ebenfalls schlüpfte sie in die Rollen der Sportlehrerin, der Polizistin und der Gefängniswärterin und jeder dieser Rollen verleihte sie eine eigene Mimik und schaffte somit eigenständige Charaktere.

Die Dynamite Girls bildeten Kudra Owens, Meimouna Coffi, Jane-Lynn Steinbrunn und was soll ich sagen gewaltige Stimmen, schade dass es nicht mehr Songs gibt mit den drei Damen.

Leider muss auch irgendwann die Zeit in Baltimore zu Ende gehen und mit „You can’t stop the beat“ war es dann so weit, doch bei diesen Song war dann wirklich niemand mehr auf seinem Stuhl zu halten. Man sah nur noch fröhliche und tanzende Besucher die sich von ihren Plätzen erhoben hatten und die Darsteller für ihre Arbeit feierten. Es war eine mehr als gelungene Premiere mit großartigen Darstellern, die sowohl gesanglich als schauspielerisch alles gegeben hatten um uns einen unvergesslichen Abend zu bescheren. Das Spektakel rund um Tracy sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen.

An dieser Stelle ein riesen Dankeschön an das Landestheater Linz, die diesen Besuch erst möglich gemacht haben!

 

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